Umweltlabel

Mit Umweltlabeln können Sie in Ausschreibungen Kriterien setzen und vor allem diese auch überprüfen.

Umweltlabel haben für die Europäische Union eine zentrale Bedeutung für nachhaltige Beschaffung. Da die Produktvielfalt immer umfangreicher und Produktionsketten zunehmend globaler und unübersichtlicher werden, bekommen Umweltlabel eine wachsende Bedeutung. Ihr Einsatz wird von der EU empfohlen. Mit einem Umweltlabel hat die Kommune, der Planer aber die Garantie der Überprüfung der Kriterien und die Nachweisbarkeit dessen, was sie ausgeschrieben hat, ohne selbst umfangreiche Nachweise für jeden abgeschlossenen Beschaffungsakt einholen zu müssen, denn die Kontrolle ist eine wichtige Bedingung nachhaltiger Beschaffung in Europa.

Im Vorfeld einer Ausschreibung ist es für eine Kommune wichtig zu prüfen, was sie im Sinne der Nachhaltigkeit erreichen will. Jedes Umweltlabel setzt etwas andere Schwerpunkte. Keines deckt alle Aspekte der Nachhaltigkeit gleich umfassend ab. Es kann deshalb sogar sinnvoll sein, Kriterien von mehreren Labeln vorzuschreiben. Wichtig zu ist auch, Europäische Umweltlabel wollen und sollten über den Status Quo dessen, was in der EU vorgeschrieben ist, hinausgehen und sich weiter entwickeln. Ein Umweltlabel ist im Sinne der Umweltwirkung mehr als eine DIN oder EU-Verordnung, ersetzt diese aber nicht.

 

Beim Einkauf kann sich eine Kommune nicht auf Selbstaussagen von Betrieben verlassen sondern muss Nachweise verlangen. Umweltlabel sind nicht nur Richtung weisend für nachhaltigen kommunalen Einkauf, sondern auch eine optimale Möglichkeit zur  Kontrolle der ausgeschriebenen Umweltkriterien. Nur wenn diese eingehalten werden, kann eine Umweltwirkung erreicht werden.

 

Relevante europäische Umwelt-Label für den Bereich Holzprodukte und Papier:
 

In die Auswertungen wurden nachfolgend aufgeführte Umweltlabel einbezogen:
 

Gruppe A:  Label, die in Deutschland zur Anwendung kommen, eine Relevanz für Materialien und Bauprodukte haben und ISO

Typ I oder ähnliche Label sind. Diese werden nachfolgend näher beschrieben und zudem in den Einzelsteckbriefen vorgestellt. Diese Label wurden zudem von der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe aus über 300 untersuchten Umweltzeichen als für die nachhaltige Beschaffung mit nachwachsenden Rohstoffen empfehlenswert ausgewählt:


(alphabetisch):
 

  • Blauer Engel (blauer engel.de).

  • Cradle to Cradle (epea.com).  

  • eco Label (eu-ecolabel.de).

  • FSC (fsc.de).  

  • HOLZ VON HIER (holz-von-hier.eu).  

  • NaturePlus (natureplus.org).

  • Nordic Swan (nordic-ecolabel.org).

  • Österreichisches Umweltzeichen (umweltzeichen.at).

  • PEFC (pefc.de).

Einzelaspekte

 

Die hier unten angegebenen Zusammenfassungen stammen aus dem europäischen Report "Environmental product label - a comparison"  (Deliverable D.T. 1.2, 2018, www.alpine-space.eu/projects/casco/en/). Alle folgenden Informationen sind nur Zusammenfassungen und den Webseiten der jeweiligen Umweltlabel und den dort abgebildeten Standards entnommen. Der Bericht stammt von 2018, daher sind Änderungen vorbehalten.

Verantwortliche Rohstoffgewinnung

Verantwortliche Rohstoffgewinnung bei Holzprodukten bei den einzelnen Labeln (alphabetisch): 

1) Blauer Engel. Der Blauer Engel hat diverse Standards für diverse Produktaspekte (*). Laut Standard für Holzmöbel müssen 50% des Holzes aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammen, der Rest aus legalen Quellen gemäß der EUTR.  


2) EPEA. Die im Standard für Holzprodukte relevante Formulierung lautet „aus nachhaltiger Bewirtschaftung“.


3) Eco Label. Das das eco-Label wird von ebenso wie der Blaue Engel von der RAL zertifiziert. Daher sind die Ansprüche bei Holzprodukten wohl ähnlich. Konkret lagen 2018 folgende Anforderungen zum Aspekte für Holzprodukte vor: (a) 70% Anteil aus nachhaltigen Quellen bei Massivholz, (b) 40% bei Holzwerkstoffen.

4) FSC - CoC. Die diversen Chain of Custody (CoC) Standards von FSC erlauben folgende Anforderungen zum Aspekt an Holzprodukte: FSC mix, FSC controlled wood bis zu FSC 100% Anteile an Holz die aus nach FM-FSC Standard zertifizierten Wäldern stammen müssen.


5) HOLZ VON HIER. Laut Standard muss 100% Mengenanteil des Holzes in zertifizierten Produkten muss aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammen, nachgewiesen über ein FM-Zertifikat von FM-FSC, FM-PEFC oder vergleichbar.


6) NaturePlus. Laut Natureplus Standard wird für Holzprodukte ein Nachweis für die Herkunft des Holzes aus nachhaltiger Waldwirtschaft gefordert.


7) Nordic Swan. Laut den diversen Standards variieren die Mengenanteile an Holz die aus Nachhaltiger Waldwirtschaft stammen müssen zwischen > 10%,  >50% bis zu >70% je nach Produktstandard.


8) Ö-UZ. Laut Standard müssen 70% Mindestanteil bei Holzenergie, 50% bei Massivholz, Böden, Möbeln, Außenholz (keine Angaben für Dämmstoffe) aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammen.


9) PEFC - CoC. Laut Chain-of-Custody (CoC) Standard von PEFC müssen ähnliche Mindestprozentsätze wie bei FSC aus nach FM-PEFC Standard zertifizierten Wäldern stammen.

(*) Anmerkungen zum Blauen Engel

Der „Blaue Engel Klima“ wird für Produkte vergeben, die in der Nutzungsphase Energie sparen (z.B. Elektrogeräte, Lampen usw.).

Der „Blaue Engel Wasser“ wird für Produkte vergeben, die in der Nutzungsphase Wasser einsparen (z.B. Wasser sparende Toilettenspülungen). Der „Blaue Engel Ressourcen“ wird für Produkte vergeben die als Produkt Ressourcen eingespart haben, z.B. indem Recyclingmaterial verwendet wurde (z.B. Altpapier oder Recyclingkunststoffe). Der „Blaue Engel Umwelt und Gesundheit“ wird für Produkte die bei der Nutzung emissionsarm in Bezug auf bestimmte gefährliche Substanzen sind (im Fokus:  Formaldehyd, VOC, Weichmacher, es wird auch die Einhaltung der Europäischen Vorgaben in dem Themenfeld überprüft).

​Klimaschutz

 

Klimaschutz hat unterschiedliche Aspekte und Ansatzebenen. Viele Label thematisieren den Klimaschutz nicht oder nur in der Nutzungsphase.


A1: Klimafreundliche Gewinnung des Rohstoffes. Hier kann es sehr große Unterschiede geben, sowohl zwischen verschiedenen Materialien sowie auch verschiedenen Gewinnungsorten eines Materials. Ein Beispiel ist die der deutlich unterschiedliche Energieeinsatz im Wald bei der Bewirtschaftung und Ernte in Deutschland und Indonesien oder Russland (Emissionsfaktoren Dieselmotoren in beiden Ländern). Hinsichtlich dieser Werte gibt es jedoch nahezu keine Datensätze oder Informationen und kein Label deckt diesen Aspekt derzeit ab.

A2: Klimafreundliche kurze Wege entlang der gesamten Verarbeitungskette (CoC) cradle to gate. Dieser Faktor kann insbesondere bei nicht regionalen Verarbeitungsketten einen bedeutenden, wenn nicht den maßgeblichen Beitrag zu den Gesamtemissionen bis zum fertigen Produkt ausmachen. Derzeit erfasst und dokumentiert nur das Umweltzeichen Holz von Hier diese Warenströme und damit verbundenen Emissionen.

A3: Klimafreundliche Produktion. Die Herstellung des Produktes kann natürlich ebenfalls unterschiedlich energieintensiv bzw. -effizient erfolgen. Für viele Produkte fehlen hier aber entsprechende fundierte und belastbare Informationen. Grundsätzlich sollen solche Informationen über produktspezifische Ökobilanzen oder Umweltproduktdeklarationen (EPD) bereitgestellt werden. In der Praxis zeigen sich jedoch hier beträchtliche Schwierigkeiten, die in einem separaten Dokument zum Thema EPD zusammengefasst sind. Manche Label formulieren hier Vorgaben, dass die Produktion unter Klimagesichtspunkten besser sein soll, als der Durchschnitt. Der Nachweis dessen ist allerdings fraglich, da es für die meisten Produkte kaum entsprechende „Durchschnittswerte“ gibt.


A4: Klimafreundliche kurze Wege vom Produktionsort zum Einsatz- oder Verwendungsort. Dieser Aspekt kann insbesondere angesichts des steigenden Anteils an Handelsabläufen in der Produktbeschaffung einen extrem unterschiedlichen Anteil an der Klimabilanz von Bauprodukten am Einsatzort ausmachen (vgl. Bezug von Konstruktionsvollholz aus der Region oder aus Russland oder PVC aus deutscher Produktion oder aus China). Die Emissionen aus solchen Transportwegen können leicht ein Vielfaches der Gesamtemissionen der Herstellung des Produktes erreichen. Gerade diese Information fehlt aber in der Regel jedem Planer beim Bezug der Baumaterialien. Hier ist das Umweltlabel Holz von Hier einzigartig, da es sämtliche Warenströme bis zum Endverwendungsort hin erfasst und bewertet. Dies ist systemimmanent anderen Umweltzeichen gar nicht möglich, da sie in der Regel für eine Gültigkeitsdauer von mehreren Jahren erteilt werden und nicht Einzelproduktbezogen sind.


B: Energieverbrauch in der Nutzungsphase. Hier unterscheiden sich Produkte ganz wesentlich. Es gibt einerseits die Kategorie an Produkten, die während der Nutzungsphase Energie verbrauchen und damit klimabelastende Emissionen verursachen, wie z.B. Elektrogeräte, Heizungen und anderes. Die allermeisten Bauprodukte und so auch Holzprodukte sind in der Nutzungsphase jedoch aus energetischer Sicht ‚innert‘, das heißt, in dieser Lebenszyklusphase entstehen keine produktbedingten Emissionen.



Im Folgenden ist angegeben auf welche Lebenszyklusphasen sich  - wenn vorhanden - die Klimaanforderung und Klimaaussage der verschiedenen Label bezieht.
 

1) Blauer Engel. Der "Blaue Engel Klima" zertifiziert verbrauchsarme Elektrogeräte in der Nutzungsphase. Den "Blauen Engel Klima" gibt es bisher nicht für Holzprodukte.   

2) EPEA. Energieverbrauch von Elektrogeräten und Storm verbrauchenden Geräten in der Nutzungsphase wird zertifiziert.


3) Eco Label. Energieverbrauch von Elektrogeräten und Storm verbrauchenden Geräten in der Nutzungsphase wird zertifiziert.

4) FSC - CoC. Kein Klimalabel. Thema: nachhaltige Waldbewirtschaftung.


5) HOLZ VON HIER. Nachweis der klimafreundlichen Vorketten (a1, A2, A3, A4) und speziell der kurzen Wege (A2, A4) in den Stoffströmen der Vorketten von Produkten. Der HVH Umweltfootprint gibt hier für die Lebenszyklusphasen A1, A2, A3 und A4 auch die klassischen Umweltparameter wie GWP (sowie weitere an).


6) NaturePlus. Energieverbrauch von Elektrogeräten und Strom verbrauchenden Geräten in der Nutzungsphase wird zertifiziert.


7) Nordic Swan. Energieverbrauch von Elektrogeräten und Strom verbrauchenden Geräten in der Nutzungsphase wird zertifiziert.


8) Ö-UZ. Energieverbrauch von Elektrogeräten und Strom verbrauchenden Geräten in der Nutzungsphase wird zertifiziert.


9) PEFC - CoC. Kein Klimalabel. Thema: nachhaltige Waldbewirtschaftung

Biodiversität

Die Bewahrung der Biodiversität, also der Vielfalt der Arten, Lebensräume, sowie genetischen Variabilität ist eine dringende Notwendigkeit unserer Zeit und hat für das künftige und zukunftsfähige Leben der Menschheit eine ebenso große Bedeutung wie die Eindämmung und Abmilderung des Klimawandels. Die Erfassung und Bewertung der Auswirkungen auf die Biodiversität ist jedoch noch kaum im Bewusstsein und methodisch noch nicht etabliert. Daher gibt es auch nahezu keine Nachweise. Die folgenden Aspekte beziehen sich auf Auswertungen von 2018, eventuelle Änderungen bei Labeln sind hier (außer bei HVH) nicht erfasst.

1) Blauer Engel. Keine Kriterien.   

2) EPEA. Keine Kriterien.


3) Eco Label. Keine Kriterien.

4) FSC - CoC. Standortgerechte Baumartenwahl. Indirekt Schutz der Biodiversität durch Schutz vor Raubbau.


5) HOLZ VON HIER. Keine Verwendung von Holz von international gefährdeten Baumarten gemäß der internationalen Roten Liste von IUCN. (Indirekte Förderung der Artenvielfalt in heimischen Wäldern).(*) 


6) NaturePlus. Keine Verwendung von Holz von CITES Arten.


7) Nordic Swan. Keine Kriterien.


8) Ö-UZ. Keine Kriterien.


9) PEFC - CoC. Standortgerechte Baumartenwahl. Indirekt Schutz der Biodiversität durch Schutz vor Raubbau.

(*) Ergänzende Anmerkung zu HVH im Aspekt Biodiversität:

 

Das Umweltlabel Holz von Hier nimmt auf verschiedene Ansatzpunkte direkt und indirekt positiven Einfluss auf die Biodiversität.

Zum Einen durch die Anforderung eines FM-Zertifikats nach FSC oder PEFC für das Rundholz, das in den Zertifizierungsprozess eintritt.

Darüber hinaus verbietet Holz von Hier aber noch die Verwendung von Holz von Baumarten, die gemäß der internationalen Roten Liste von IUCN als international gefährdet eingestuft sind. 

Eine indirekte positive Wirkung auf die Biodiversität erzielt Holz von Hier durch die Förderung der Nachfrage nach einer breiten Palette von Holzarten aus regionaler heimischer Waldwirtschaft. Über diese Nachfrage werden für die heimischen Bewirtschafter Anreize gesetzt, die Baumartenvielfalt in ihren Wäldern zu bewahren und zu fördern, was wiederum die Basis für eine hohe Vielfalt an begleitenden Tier- und Pflanzenarten bildet.

 

Ein wesentlicher bislang weitgehend unbeachteter Effekt, den Holz von Hier abdeckt, ist jedoch die Auswirkung des Transportes auf die Biodiversität. Wie Auswertungen der internationalen Roten Liste von IUCN zeigen, sind durch Transport eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten international gefährdet. Durch die Minimierung der Transporte insbesondere über Langstrecken und aus anderen Ländern oder Kontinenten trägt Holz von Hier somit ebenfalls zum Schutz der Biodiversität bei. 

​Gültigkeitsdauer der Standards 

Für die Beurteilung der Aussage von Umweltzeichen hinsichtlich der Umweltwirkung spielt auch die Gültigkeitsdauer von Standards eine Rolle. Produkte oder Unternehmen werden in der Regel für eine bestimmte Zeitspanne zertifiziert, d.h. das Zeichen kann an entsprechende innerhalb der Zeitspanne hergestellten Produkte verliehen werden. Je länger diese Zeitspanne ist, desto weiter können die gesetzten Anforderungen hinter aktuellen technischen Entwicklungen hinterher hinken. Dies ist insbesondere bei Labeln zu Elektrogeräten zu beobachten.

1) Blauer Engel. (1) Zahl der Standards bzw. Vergaberichtlinien:113 gesamt, 3 für Holzprodukte,5 für Papierprodukte (Stand 2018). (2) Gültigkeitsdauer des Standards, Standardrevision:  2 bis 12 Jahre (Stand 2018). (3) Gültigkeit des Zertifikats, Auditturnus: einmalig im Gültigkeitszeitraum des Standards.   

2) EPEA. (1) Zahl der Standards bzw. Vergaberichtlinien: 1 (2) Gültigkeitsdauer des Standards, Standardrevision: ?. (3) Gültigkeit des Zertifikats, Auditturnus: k.a. im oben genannten Bericht.


3) Eco label. (1) Zahl der Standards bzw. Vergaberichtlinien: vergleichbar Blauer Engel. (2) Gültigkeitsdauer des Standards, Standardrevision: Gültigkeit unbegrenzt bis Änderung des Standards. (3) Gültigkeit des Zertifikats, Auditturnus: einmalig im Gültigkeitszeitraum des Standards.

4) FSC - CoC. (1) Zahl der Standards bzw. Vergaberichtlinien: auch länderspezifisch. (2) Gültigkeitsdauer des Standards, Standardrevision: 5 Jahre (Stand 2018). (3) Gültigkeit des Zertifikats, Auditturnus: jährlich.


5) HOLZ VON HIER. (1) Zahl der Standards bzw. Vergaberichtlinien: 1. (2) Gültigkeitsdauer des Standards, Standardrevision: 5 Jahre. (3) Gültigkeit des Zertifikats, Auditturnus: in Echtzeit und Einzelproduktbezogen.


6) NaturePlus. (1) Zahl der Standards bzw. Vergaberichtlinien: k.a. aus Report. (2) Gültigkeitsdauer des Standards, Standardrevision: 3 Jahre (Stand 2018). (3) Gültigkeit des Zertifikats, Auditturnus: einmalig im Gültigkeitszeitraum des Standards.


7) Nordic Swan. (1) Zahl der Standards bzw. Vergaberichtlinien: k.a. aus Report. (2) Gültigkeitsdauer des Standards, Standardrevision: 3-5 Jahre. (3) Gültigkeit des Zertifikats, Auditturnus: einmalig im Gültigkeitszeitraum des Standards


8) Ö-UZ. (1) Zahl der Standards bzw. Vergaberichtlinien: k.a. aus Report. (2) Gültigkeitsdauer des Standards, Standardrevision: 4 Jahre (Stand 2018). (3) Gültigkeit des Zertifikats, Auditturnus: einmalig im Gültigkeitszeitraum des Standards


9) PEFC - CoC. (1) Zahl der Standards bzw. Vergaberichtlinien: auch länderspezifisch. (2) Gültigkeitsdauer des Standards, Standardrevision: 5 Jahre (Stand 2018). (3) Gültigkeit des Zertifikats, Auditturnus: jährlich.

​Erläuterung FM-Standard  und CoC-Standard  

Da wir in der Praxis immer wieder feststellen, dass der Unterschied zwischen einem Forstmanagement Standard (FM) und einem Chain of Custody (CoC) Standard unklar ist, hier eine kurze Erläuterung. 

FSC und PEFC haben einerseits Forstmanagementstandards, welche die Art der Waldbewirtschaftung nach den Kriterien des jeweiligen Label regeln: "FM-FSC" und "FM-PEFC". Dies ist die Kernkompetenz und die Kernstandards der Label, da es bei Ihnen ja um die Art der Waldbewirtschaftung geht. Sie regeln die Art der Waldwirtschaft und Grundlagen des Einschlages nach dem jeweiligen Label.

FSC und PEFC haben aber auch Chain of Custody Standards. Diese regeln den weltweiten Stoffstrom der Waldlabel. Die CoC Standards sorgen dafür, dass nicht mehr Holz nach dem jeweiligen FM-Standard vermarktet wurde als eingekauft wurde ("CoC-FSC" und "CoC-PEFC"). In der Regel kommen hier Mengenbilanzstandards zum Einsatz (z.B. FSC mix, FSC controlled wood). 

Gerade bei Importen von Holz und Holzprodukten in die Europäische Union sollte man immer auf "CoC-FSC" und "CoC-PEFC" Nachweise achten. Das wäre sehr wichtig, denn die Europäische Due Diligence allein genügt hier oftmals noch nicht. 

 

Bei Holz und Holzprodukten innerhalb Europas, vor allem innerhalb Mitteleuropas, kann auch auf alternative CoC-Nachweise für die nachhaltige Waldwirtschaft zurück gegriffen werden wie beispielsweise Holz von Hier oder andere. Warum ist im Folgenden kurz erläutert.

​​HVH hat keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft festgelegt, da es hier in Mitteleuropa die sehr guten Waldgesetze gibt und die heimischen Waldbesitzer die Wälder verantwortungsvoll und seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaften. Zudem sind die meisten Wälder in Mitteleuropa zudem großteils nach den internationalen Waldlabeln FSC und PEFC zertifiziert. In Deutschland und Österreich beispielsweise zu >70 bis >90%.

HOLZ VON HIER ("CoC-HVH") fängt quasi ab der Waldstraße an. HVH fordert aber für alles Rundholz (100%), das in den CoC-Zertifizierungsprozess von HVH einfließt, ein Forstmanagement (FW) Zertifikat nach "FM-FSC", "FM-PEFC" (siehe oben) oder vergleichbar. Die Chain of Custody (CoC) wird bei HVH nach den Kriterien von HVH nachgewiesen. Es werden keine CoC-Zertifikate nach "CoC-FSC" oder "CoC-PEFC" von den Teilnehmern der Lieferkette bei HVH benötigt. Solche alterantiven Nachweise in den Lieferketten sind auch nach ISO 38200 erlaubt und erwünscht.

Wird bei Ausschreibungen mit Holz das Kriterium ‚Herkunft aus nachhaltiger Waldwirtschaft‘ oder "verantwortungsvollen Rohstoffquellen" oder ähnliches gefordert, so kann auch ein HOLZ VON HIER© Zertifikat als alternativer Nachweis anerkannt werden. Somit können neben großen Betrieben auch regionale und mittelständische Bieter, die ein HOLZ VON HIER© Zertifikat vorlegen können, an solchen Ausschreibungen teilnehmen. In Österreich ist HOLZ VON HIER© seit 2019 als Nachweis für Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft anerkannt und die DGNB hat HOLZ VON HIER© als Nachweis für „verantwortungsvolle Rohstoffgewinnung“ anerkannt. HVH bekommt hier 100% der Punkte in dem Kriterium. Seit 2022 ist  HOLZ VON HIER© im Aktionsplan Nachhaltige Beschaffung (NaBE) des Landes  Österreich als ein alternativer Nachweis für Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft bzw. verantwortungsvoller Rohstoffgewinnung ausschreibungsfähig.

​​HOLZ VON HIER© ist als außerdem, in seiner Kernkompetenz, als Leitzertifikat für den Klimaschutz ausschreibungsfähig.
HOLZ VON HIER© kann EU- und Vergaberechtskonform als "Leitzertifikat für Klimaschutz" in Ausschreibungen gefordert werden, im Unter- wie Oberschwellenbereich sowie bei Bauleistungen und Lieferleistungen. Das ist deshalb bedeutsam, weil immer mehr kommunale und staatliche Ausschreibungen auf den Aspekt Klimaschutz abstellen werden. Nach der Novellierung des Europäischen Vergaberechtes ist es möglich, ein bestimmtes Gütezeichen in Ausschreibungen zu benennen und in den Fokus als „Leitzertifikat“ zu nehmen.