Bauelemente:
Fenster.Türen.Treppen 

Bedeutung der Herkunft und der Vorketten, der "Chain of Custody", von Baustoffen und Produkten

Auf Fenstern liegt für den Bereich klimafrendliches Bauen eine besonderer Fokus sowohl im Neubau wie in der Sanierung.

Dabei ist zu unterscheiden zwischen Fensten mit Rahmen aus HOLZ, HOLZ-ALU, PVC, PVC-ALU und ALU.

Fertige Fenster werden heute von überall aus der Welt nach Europa importiert.

 

Bei den Vorprodukten zu Fenstern, die Europa hergestellt werden, stammen viele nicht aus Europa. Ein großer Teil der in Europa hergestellten Holzfenster und Holz-Alu-Fenster beispielsweise wird mit dem Tropenholz Meranti, mit Eukalyptus oder mit Sibirischer Lärche hergestellt.

Holzfenster und Holz-Alu-Fenster mit heimischem Holz, nachgewiesen mit dem HOLZ VON HIER Zertifikat, haben dagegen eine bei weitem bessere Klima- und Umweltbilanz in den Vorketten. 

Link: Meranti
Link: Eukalyptus

Link: Sibirische Lärche

Fensterrahmen im Vergleich

 

Typen an Fensterrahmen aus unterschiedlichen Materialien und Herkünften im Vergleich der wichtigsten klassischen Umweltparameter: Graue Energie (PERE+PENRE), Klima (GWP, Global Warming Potential) und Wasser (FW Frischwasserverbrauch) in den Vorketten.

 

Am besten schneidet bei allen Parametern der Holzrahmen mit HOLZ VON HIER Zertifikat ab. Die Daten der Holz-Rahmen mit HVH Zertifikat sind mit dem Umweltfootprint der HVH Zertifizierung nachverfolgt und beziehen sich auf den konkreten realen Stoffstrom eines Herstellers im HVH Netzwerk. Die Daten für die anderen generischen Holz-, ALU und PVC Rahmen sind generische Daten aus Ökobaudat. Alle anderen Daten sind generische Datensätze, die berechnet wurden auf der Basis von generischen Daten für die Lebenszyklusphase der reinen Produktion (A3) und berechneten Transporten, welche die realen Transportstrecken und Transportlasten für Meranti aus Malaysia-Indonesien, Eukalyptus aus Uruguay und Sibirischer Lärche aus Sibirien wieder spiegeln.

​​(Daten aus: Whitepaper Fensterrahmen im Vergleich, 2021, HVH).

Bauelemente . Holzfenster

 

Beim Hausbau und vor allem auch bei der Sanierung stehen vor allem Fenster und Dämmung für klimafreundliche Gebäude. Hier ist der bisherige Fokus ausschließlich an der Roten Energie der Nutzungsphase ausgerichtet und weniger an der Grauen Energie der Vorketten der Baustoffe und Bauelemente.


Die Rote Energie hängt vor allem vom verwendeten Glas und der Verarbeitung ab. Je niedriger der Wärmedurchgangswert (U-Wert) ist, also je besser die Fenster dämmen, um so wichtiger werden aber auch die Vorketten der Rahmenmaterialien. Die Einsparung an Roter Energie die Fenster im Gebäudeverbund haben, hängt zudem auch vom Verbraucherverhalten ab.

 

Moderne Holzfenster erreichen heute bereits Uw-Wert von 0,6 W/m²k. Standard sind meist 1,3 - 1,5 W/m²k. Der Ersatz alter Fenster,
die zum Teil noch U-Werte von 2 - 4 W/m²k haben, lohnt sich daher immer. Moderne Holzfenster unterstreichen den Charakter von Gebäuden und haben viele technische und gestalterische Vorteile, wie sehr gute Isolation, Stabilität und Robustheit auch bei schlanken Profilgrößen sowie lange Haltbarkeit (> 50 Jahre). Fenster aus Kunststoff dagegen brauchen unterstützende Materialien wie Stahlgerüste im Inneren für die Stabilität und Polyurethanschaum für die Isolierung, um vergleichbare Leistungen zu erreichen. Die Profilgrößen
müssen bei gleicher Stabilität größer sein. Ab einer bestimmten Fensterfläche läßt sich diese nicht mehr mit PVC, sondern nur noch aus Holz oder Metall umsetzen. Nach der Nutzungsphase müssen PVC-Rahmen meist entsorgt werden, Holzrahmen dagegen können sehr gut recycelt werden.

 

Die Vorketten und die Herkunft von Rohstoffen werden immer wichtiger für Klimaschutz und Biodiversität

Aber je besser die Isolierung von Fenstern wird, desto wichtiger werden die Vorketten des Rahmenmaterials für den gesamten ökologischen Fußabdruck des Fensters.

 

Für die Holzrahmen werden meist Fichte, Lärche und Kiefer verwendet. Aber auch in Europa werden immer noch 30% der Fenster- und Türen aus Tropenholz wie Meranti oder Plantagenholz wie Eukalyptus hergestellt.


Meranti kommt meist aus Malaysia nach Europa oder über Malaysia aus Indonesien und Papua Neu Guinea. Dort findet heute nahezu ausschließlich Einschlag in Primärwäldern statt (HVH Fensterstudie, 2020). Laut IUCN sind in Asien 17 Meranti Arten vorm Aussterben bedroht, 21 sind stark gefährdet, 19 gefährdet, 12 bedroht und nur 15 sind wenig bedroht ... aber welcher Holzfäller kann hier
die eine von der anderen Art unterscheiden? Das heißt unter dem Sammelbegriff „Meranti“ werden sich wohl auch bedrohte Arten befinden (s. IUCN red list).


Red Grandis stammt oft aus Plantagen in Brasilien. Gerade in Brasilien wurden in den letzten Jahren dafür zuvor meist Primärwälder gerodet. Brasilien hatte in den letzten Jahren die höchsten Nettowaldverluste aller Länder der Erde (WCMC). Zudem fungiert Brasilien als Durchgangsland auch für Holz das anderswo illegal geschlagen wurde (WCMC, vgl. GIS Karten HVH Fensterstudie, 2020).


Mit Bauelementen aus Holz der kurzen Wege ist man beim Klimaschutz und beim Schutz der weltweiten Biodiversität auf der sicheren Seite.